Zahnspange für Kinder
Bei Kindern geht es in der Kieferorthopädie nicht um „Verschönerung“, sondern darum, die Entwicklung von Kiefer und Zähnen rechtzeitig in die richtige Bahn zu lenken. Wer früh kommt, kann spätere Operationen vermeiden – und im Rahmen der Gratis Zahnspange ist die Behandlung schwerer Fehlstellungen kostenlos.
Zahnspange für Kinder – das Wichtigste in Kürze
- Erster Check ab 5–6 Jahren: Ein kurzer Blick des Kieferorthopäden zeigt, ob und wann eine Behandlung nötig ist. Die Erstberatung ist kostenlos.
- Abnehmbare Zahnspange: Bei Kindern im Milch- und Wechselgebiss (meist 6 bis 10 Jahre) kommen abnehmbare Spangen zum Einsatz – bunt, mit Motiven, nachts und nachmittags getragen.
- Gratis Zahnspange: Schwere Fehlstellungen (IOTN 4 oder 5) werden als interzeptive Behandlung (Frühbehandlung) von der Krankenkasse bezahlt – Behandlungsbeginn in der Regel vor dem 10. Geburtstag.
- Später evtl. feste Spange: Sind alle bleibenden Zähne da, folgt bei Bedarf die Hauptbehandlung mit festsitzender Zahnspange (zwischen beiden Phasen liegt in der Regel mindestens ein Jahr Pause).
In speziellen Fällen beginnt man schon im Wechselgebiss (Milchzähne plus erste bleibende Zähne) mit einer Behandlung, um eine Kieferfehlstellung zu korrigieren und eine spätere Operation möglichst vermeiden zu können. Diese Behandlung dient nicht der „Verschönerung“, sondern der Korrektur von Kieferfehlstellungen. Diese können oft auch durch typisch kindliches Verhalten (Schnuller, Daumenlutschen, …) entstehen. Auch auf die Atmung sollten Sie achten: Prinzipiell sollte man durch die Nase atmen, denn diese dient als natürlicher Bakterienfilter und verhindert die Entstehung von Atemwegserkrankungen. Sollte Ihr Kind hauptsächlich durch den Mund einatmen (myofunktionelle Störung), ist eine Umstellung der Schluck- und Atemfunktion dringend zu empfehlen. Ein Logopäde kann dabei helfen, die Atemtechnik Ihres Kindes zu verbessern.
Bei Kindern unter 12 Jahren erfolgt die Behandlung meist mit einer abnehmbaren Spange. Diese Behandlung dauert in der Regel zwischen 12 und 18 Monaten, dabei sollte die Spange vor allem am Nachmittag und in der Nacht getragen werden. Diese Kinderspangen sind inzwischen in vielen bunten Farben und mit den verschiedensten Motiven erhältlich – damit Ihr Kind auch „cool“ aussieht!

Ab welchem Alter zum Kieferorthopäden?
Die meisten Eltern denken erst an eine Zahnspange, wenn die bleibenden Zähne schief durchbrechen. Tatsächlich lassen sich viele Probleme aber früher erkennen und einfacher beheben:
- 5 bis 6 Jahre: erster Kontrollblick, vor allem bei Kreuzbiss, stark vorstehenden Zähnen, Lutschgewohnheiten oder Mundatmung. Ist nichts zu tun, wird meist eine Kontrolle nach einem Jahr empfohlen.
- 6 bis 10 Jahre (Wechselgebiss): Zeitfenster für die Frühbehandlung (Phase 1) mit abnehmbaren Geräten – z. B. um einen zu schmalen Oberkiefer zu dehnen oder einen Kreuzbiss zu korrigieren. Bei schweren Fehlstellungen ist das die interzeptive Behandlung der Gratis Zahnspange.
- ab ca. 11 bis 13 Jahren (bleibendes Gebiss): Hauptbehandlung mit festsitzender Zahnspange, siehe Zahnspange für Teenies.
Welche abnehmbaren Zahnspangen gibt es für Kinder?
Abnehmbare Zahnspangen bestehen aus einer Kunststoffplatte mit Drahtelementen und werden individuell für Ihr Kind angefertigt – heute meist auf Basis eines digitalen 3D-Scans statt eines unangenehmen Abdrucks. Typische Geräte sind:
- Aktive Platten (z. B. Dehnplatten) mit einer kleinen Schraube, die regelmäßig nachgestellt wird, um Platz im Kiefer zu schaffen.
- Funktionskieferorthopädische Geräte (z. B. Aktivator, Bionator), die das Kieferwachstum lenken – etwa bei einem stark zurückliegenden Unterkiefer.
- Kleine festsitzende Hilfsteile bei speziellen Fehlstellungen, etwa bei seitlichem Kreuzbiss, die nur kurzzeitig einzementiert werden.
Welches Gerät das richtige ist, entscheidet der Kieferorthopäde nach der Untersuchung – und erklärt Ihnen und Ihrem Kind genau, wie es getragen und gepflegt wird.
In drei Schritten zu einem gesunden Lächeln mit der Gratis Zahnspange
Der Weg zu einem gesunden und schönen Lächeln verläuft für Ihr Kind in nur drei einfachen Schritten:
- Beratungsgespräch Alles beginnt mit einem kostenlosen Beratungsgespräch. Dabei wird festgestellt, ob die Voraussetzungen für die Gratiszahnspange erfüllt werden.
- Records (Unterlagen) Die Zahn- oder Kieferfehlstellung wird detailliert mit modernsten Diagnostikmethoden wie digitalem Scan, Fotos sowie Fern- und Panoramaröntgen analysiert. Ergebnis ist ein umfassender Behandlungsplan, der festlegt, wie die Fehlstellung im Detail therapiert wird.
- Zahnregulierung Es wird ein Termin vereinbart, bei dem die Zahnregulierung startet. Bei Kindern im Milch- oder Wechselgebiss ist dies meist eine abnehmbare Zahnspange.
Tipps für Eltern: So klappt es mit der abnehmbaren Zahnspange
Tragen
- Tragezeit wie besprochen einhalten – meist nachmittags und nachts. Nur eine getragene Spange wirkt.
- Feste Routine schaffen: Spange nach den Hausaufgaben rein, nach dem Zähneputzen am Abend wieder rein.
- Zum Essen und Sport herausnehmen und immer in der Spangendose aufbewahren (nie in die Serviette wickeln!).
Pflege
- Spange täglich mit Zahnbürste und etwas Zahnpasta oder milder Seife reinigen, mit kaltem Wasser abspülen.
- Nicht in heißes Wasser legen – der Kunststoff kann sich verformen.
- Bei Druckstellen, Sprechproblemen oder einer kaputten Spange nicht warten, sondern einen Kontrolltermin ausmachen.
Tut eine abnehmbare Zahnspange weh?
In den ersten Tagen kann ein leichtes Druckgefühl entstehen, das schnell nachlässt. Sprechen ist anfangs etwas ungewohnt – lautes Vorlesen hilft, sich rasch daran zu gewöhnen. Schmerzen sind bei einer richtig angepassten Spange nicht zu erwarten.
Wie oft muss mein Kind zur Kontrolle?
Bei abnehmbaren Spangen sind Kontrollen in der Regel alle 6 bis 10 Wochen nötig. Die Termine sind kurz; die Wiener Vertragsinstitute bieten lange Öffnungszeiten, sodass sich Termine gut mit Schule und Arbeit vereinbaren lassen.
Ist die Frühbehandlung bei Kindern auch gratis?
Ja, wenn eine schwere Fehlstellung (IOTN 4 oder 5) vorliegt: Dann übernimmt die Krankenkasse die interzeptive Behandlung mit abnehmbarer Zahnspange beim Vertragskieferorthopäden vollständig. Der Behandlungsbeginn liegt dabei in der Regel vor dem 10. Geburtstag. Bei leichteren Fehlstellungen gibt es nach Bewilligung einen Kostenzuschuss der Krankenkasse.
Zertifizierter Vertragspartner für Gratiszahnspange
Achten Sie bei der Wahl Ihrer Kieferorthopädie darauf, ob diese zu den wenigen Vertragsinstituten für die Gratiszahnspange in Wien zählt. Auf dieser Seite finden Sie Anbieter. Falls ja, bedeutet das für Sie, dass die Gratiszahnspange dann tatsächlich für Sie kostenlos ist. Das ist nicht selbstverständlich: Denn selbst wenn etwa ein Wahlzahnarzt die Kriterien erfüllt (etwa hinsichtlich der Ausbildungsnachweise im Bereich der Zahnregulierung), leistet die Kasse trotzdem nur einen Kostenersatz in Höhe von 80 Prozent des vertraglich festgelegten Tarifes. Wie viel Sie dann zahlen, hängt letztendlich davon ab, wie viel der Wahlzahnarzt für seine Leistung verlangt. Da der Betrag oft deutlich über dem festgelegten Tarif liegt, kann dies mehrere tausend Euro betragen. Bei den auf dieser Seite angeführten Instituten ist das nicht der Fall. Erfüllt Ihr Kind die Voraussetzungen für die Gratiszahnspange, bedeutet „gratis“ auch wirklich für Sie kostenlos.


